Digitale Souveränität in der Verwaltung

Eine junge Frau in Hemd und Blazer steht mit verschränkten Armen und selbstbewusstem Lächeln vor einem gläsernen Bürogebäude.

Quelle: freepik

Die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre haben verdeutlicht, wie wichtig es für deutsche Behörden ist, ihre digitale Handlungsfähigkeit aktiv zu gestalten. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von wenigen internationalen Technologieanbietenden. Viele Organisationen fragen sich daher: Wie können wir langfristig selbstbestimmt bleiben, ohne Leistungsfähigkeit oder Innovationen zu schmälern?

Wir erleben täglich: Digitale Souveränität entsteht nicht nur durch einzelne technische Entscheidungen. Sie entsteht, wenn Führungskräfte die Entwicklung digitaler Fähigkeiten bewusst steuern – strategisch, organisatorisch und immer mit Blick auf die Menschen, die tagtäglich mit Technologien arbeiten.

Unser Ziel ist es, mit Ihnen gemeinsam digitale Souveränität messbar zu machen. Erst wenn klar ist, wo Ihre Organisation heute steht, lassen sich realistische Handlungsfelder ableiten – inklusive sinnvoller Einsatzmöglichkeiten von Open-Source-Lösungen und anderer souveräner Technologien.

Digitale Souveränität umfasst verschiedene Ebenen: die physische Ebene (Hardware & Infrastruktur), die Code-Ebene (Software & Dienste) und die Daten-Ebene (Daten & Sicherheit). Sie durchläuft verschiedene Phasen: Recherche, Entwicklung, Produktion, Betrieb, Nutzung und Evaluation.

Ebenen digitaler Souveränität

Worum es bei digitaler Souveränität geht

Digitale Souveränität bedeutet, dass Ihre Organisation die Kontrolle über Daten, Software und Infrastruktur behält – fachlich, technisch und organisatorisch.

Dabei geht es um drei Ebenen:

  • Datensouveränität
  • Softwaresouveränität
  • Infrastrukturelle Souveränität

Doch diese Ebenen greifen nur dann ineinander, wenn Verantwortlichkeiten klar sind und die Organisation aktiv gestaltet, statt nur Leistungen zu beziehen.

Drei Aspekte sind dabei entscheidend:

1. Digitale Souveränität braucht
aktives Gestalten

Viele Behörden verfügen über wertvolles Fachwissen, aber nicht immer über ausreichende interne technische Kapazitäten. Die Folge: Entwicklungs- und Betriebsverantwortung wird vollständig an Dienstleistende operativ übergeben. Das führt zu Abhängigkeiten, die später nur schwer aufzulösen sind.

Souveränität entsteht, wenn Behörden Verantwortung bewusst zurückholen und intern verankern. Das bedeutet nicht, alles selbst zu entwickeln.

Es geht vielmehr darum,

  • Rollen wie Product Owner oder technische Lotsen klar zu besetzen
  • Partnerschaften aktiv zu steuern
  • Wissen und Dokumentation im Haus aufzubauen
  • Entscheidungen nachvollziehbar und unabhängig treffen zu können

So entsteht langfristig die Fähigkeit, Systeme weiterzuentwickeln oder Anbieter zu wechseln – ohne operative Einbußen.

Aufgaben als Product Owner: Erstellung und Pflege des Product Backlogs, Definition der Produktanforderungen, Backlog-Priorisierung, Kommunikation mit dem Team, Kontrolle des Projektfortschritts.

Aufgaben als Produkt Owner

2. Digitale Souveränität braucht Offenheit und differenzierte Entscheidungen

Der Fokus auf den geografischen Ursprung eines Anbieters verrenkt häufig den Blick auf das Wesentliche. Souveränität entsteht nicht automatisch durch europäische Lösungen – und sie geht nicht verloren, wenn internationale Partner beteiligt sind.

Entscheidend ist, ob eine Organisation die Lösung versteht, kontrolliert und unabhängig weiterentwickeln kann. Deshalb lohnt sich eine offene, pragmatische Betrachtung:

  • Welche Art von Leistung wird benötigt: ein Produkt, eine Infrastruktur oder gezielte Expertise?
  • Wo kann die Lösung betrieben werden – on‑premise, in einer souveränen Cloud oder hybrid?
  • Wie wird verhindert, dass neue Abhängigkeiten entstehen?

Auch international agierende Unternehmen können souveräne Dienste bereitstellen – etwa durch lokal gehostete Infrastruktur oder klare Betriebs- und Supportmodelle. Gleichzeitig bietet Open Source große Chancen – vorausgesetzt, Organisationen verankern Ownership und Pflegeprozesse intern.

3. Digitale Souveränität braucht individuelle Strategien

Technologielandschaften in Behörden sind historisch gewachsen und oft sehr heterogen. Ein einheitlicher Standardweg existiert nicht.

Jede Organisation muss ihre Ausgangssituation verstehen und Prioritäten setzen:

  • Wo ist digitale Souveränität heute bereits gegeben?
  • Wo ist sie notwendig?
  • Wo wäre sie möglich – aber kein zwingender Treiber?

Anstatt einer „Alles oder nichts“-Haltung braucht es pragmatische Schritte. Leistungsfähigkeit und digitaler Fortschritt bleiben zentrale Ziele – Souveränität ist ein Weg, kein Zustand.

Der Mensch bleibt in jeder Phase entscheidend

Digitale Souveränität entsteht nicht im Maschinenraum der IT allein. Menschen müssen den Weg mitgehen – in Entwicklung, Beschaffung, Betrieb, Nutzung und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Nur wenn Mitarbeitende befähigt werden und Verantwortung übernehmen können, entfaltet Souveränität ihren echten Nutzen.

Wie wir Behörden auf dem Weg zur digitalen Souveränität unterstützen

Wir begleiten Organisationen dabei, digitale Souveränität messbar, steuerbar und umsetzbar zu machen.

Unser Ansatz:

  • methodisch fundierte Assessments – Digitale Souveränität messbar machen
  • technologieoffene Beratung plus Open-Source-Portfolio
  • Identifikation von sinnvollen Handlungsfeldern für die Steigerung der digitalen Souveränität
  • Synergien mit bestehenden Projekten, Produkten & Services
  • Aufbau interner Ownership nach Erfahrungswerten & Knowhow

Mit Messbarkeit als fester Komponente: Wir machen digitale Souveränität entlang relevanter Kriterien transparent und messbar, um Prioritäten fundiert zu setzen und Fortschritte sowie die Wirkung Ihrer Maßnahmen kontinuierlich zu bewerten.

Wir arbeiten unabhängig, menschenzentriert und mit dem Anspruch, Lösungen anschlussfähig und zukunftsfähig zu gestalten – gemeinsam mit Ihrer Organisation.

Möchten Sie wissen, wo Ihre Behörde steht?

Lassen Sie uns gemeinsam beginnen – mit einem Pilotprojekt, einem Assessment oder einem klaren ersten Schritt.

Ein braunhaariger Mann mit Seitenscheitel und Schnauzbart.
Florian Krull
Senior Technical Consultant, IBM iX
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Digital Consultant, IBM iX

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